Oldenburger Münsterland
Das Münsterland - ein Musterland, in dem sich die Menschen noch heute ein bisschen als "Westfalen in Niedersachsen" fühlen.
Einheit in der Zweiheit
Die Bezeichnung "Oldenburger Münsterland" für die beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta hat sich erst im 20. Jahrhundert durchgesetzt. Sie dokumentiert die gemeinsame Geschichte seit der Zusammenfassung der Ämter Cloppenburg und Vechta im Niederstift Münster im Jahre 1400. Nach dessen Säkularisierung 1803 fielen die beiden Ämter gemeinsam an das protestantische Herzogtum Oldenburg. Die kirchliche Bindung an das Bistum Münster blieb jedoch bestehen. Sie prägt bis heute die kulturelle Identität und Sonderstellung des Oldenburger Münsterlandes.
Vom armen Bauernland zum europäischen Viehzuchtzentrum
Das Oldenburger Münsterland war seit alters her überwiegend Bauernland mit wenigen größeren Orten. Die Tagelöhner und Heuerleute, die für die Bauern arbeiteten, lebten noch im 19. Jahrhundert in bitterer Armut, weshalb Zehntausende von ihnen auswanderten - unter anderem nach Amerika.
Von Damme bis Cloppenburg - vom Dümmer zur Thülsfelder Talsperre
Inzwischen hat sich das einst rein landwirtschaftlich orientierte Gebiet zu einem leistungsstarken Wirtschaftsraum entwickelt - mit Cloppenburg als einem der bedeutendsten Umschlagplätze für agrarwirtschaftliche Erzeugnisse. Schweinemast und Geflügelhaltung in industriellen Dimensionen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Auf dem Weg nach Norden beginnt hinter den Dammer Bergen die Norddeutsche Tiefebene. Hier erstreckt sich der Naturpark Dümmer mit Niedersachsens zweitgrößtem Binnensee. Die nahegelegene Stadt Damme ist für ihren Karnevalsumzug, den größten in ganz Norddeutschland, bekannt.
Alljährliche Pferdeauktionen
Zu den Zentren des Oldenburger Münsterlandes gehört die Universitätsstadt Vechta. Hier spielt der Reitsport mit diversen Turnieren und alljährlichen Pferdeauktionen eine große Rolle. Mitte August strömen jedes Jahr eine halbe Millionen Besucher in die Stadt, um den "Stoppelmarkt" zu feiern.
Malerische Buchten und steile Uferbereiche
Cloppenburg ist durch das 1934 angelegte und damit älteste deutsche Freilichtmuseum bekannt. Das Museumsdorf präsentiert 53 Originalgebäude aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, in denen bäuerliches Leben und alte Handwerksberufe - von der Blaufärberei bis zur Zinngießerei - gezeigt werden. Ganz in der Nähe erstreckt sich um die Thülsfelder Talsperre ein waldreiches Erholungsgebiet. Malerische Buchten statt Staumauern und steile Uferbereiche erwarten den Besucher an dem als Rückhaltebecken für Hochwasser angelegten See.
Dr. Beate Bollmann

















