Bad Bentheim, die Stadt des Sandsteins

Bad Bentheim ist die Stadt des Sandsteins und die Namensgeberin dieses Sandsteins, der nachweislich seit 800 Jahren in den Bentheimer und Gildehauser Gruben gebrochen und bearbeitet wird. Bentheimer Sandstein ist ein vielseitig verwendbarer Bau - und Werkstein. Als Ausläufer des Teutoburger Waldes tritt Bentheimer Sandstein in einem schmalen Höhenrücken von etwa 7 km zutage. Südlich der Stadt Schüttorf erhebt er sich aus dem Vechtetal und erstreckt sich von Ost nach West über Bad Bentheim bis nach Gildehaus, wo er nahe der niederländischen Grenze ausläuft. Der Höhenrücken erreicht in Bad Bentheim seine höchste Erhebung (ca. 90 m).

 
Burg Bentheim (CH)

Die Burg Bentheim

An dieser Stelle wurde die Burg Bentheim errichtet. Die Burg Bentheim ist das größte Bauwerk, das aus Bentheimer Sandstein gebaut wurde und die nördlichste Höhenburg des europäischen Festlandes. Kunsthistorisch sehr bedeutend ist der „Herrgott von Bentheim“, eine freistehende Skulptur mit einer Christusdarstellung, die aus dem 11. Jahrhundert stammt. Sie ist aus Bentheimer Sandstein gearbeitet und befindet sich im Innenhof der Burg Bentheim.

 
'Herrgott von Bentheim', 11. Jh. (CH)

Bentheimer Gold - Sandstein aus Bad Bentheim

Über Jahrhunderte war der Bentheimer Sandstein, oft auch als „Bentheimer Gold“ bezeichnet, Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung der Grafschaft Bentheim. Insbesondere zu den Niederlanden entfaltete sich ein weitläufiger Handel. Im 12. und 13. Jahrhundert waren Taufsteine aus Bentheimer Sandstein, heute als Bentheimer Taufstein bekannt, der wichtigste Exportartikel. Sie wurden vor Ort in den Steingruben in Gildehaus und Bentheim aus einem Stück gefertigt. Auch Steinsärge und Grabplatten wurden in mittelalterlicher Zeit aus Bentheimer Sandstein gearbeitet. Seit dem Mittelalter und in den späteren Jahrhunderten haben Baumeister den Bentheimer Sandstein zum Bau von Kirchen und für repräsentative Profanbauten (z. B. das Königliche Palais in Amsterdam und das Emder Rathaus vor seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg), ebenso für Mühlen, Brücken, Mauern und Deiche verwendet. Man fertigte aus ihm außerdem Schleifsteine, Weidepfähle, Flur- und Pflastersteine, Brunneneinfassungen und Regenbacks (Wasserbecken). Um 1900 führten die fortschreitende Industrialisierung und ein starker Rückgang in der Nachfrage zum Niedergang des Abbaues von Bentheimer Sandstein. Heute wird er nur noch in dem Bad Bentheimer Ortsteil Gildehaus gebrochen.

 
Wieners, Gerd: Skulptur aus Bentheimer Sandstein (SSB)

Sandsteinmuseum Bad Bentheim

Das Sandsteinmuseum Bad Bentheim bietet geologisch, geschichtlich und kunsthistorisch interessierten Besuchern viele Informationen über den Bentheimer Sandstein. Es ist ein modern gestaltetes Museum mit einer Ausstellungsfläche von ca.180 qm. Dazu gehören zusätzlich im Außenbereich Ausstellungsflächen für Großexponate. Das Sandsteinmuseum befindet sich unterhalb der Burg Bentheim im Schlosspark an der Funkenstiege. Ein großer Parkplatz und ein Restaurant / Café befinden sich in unmittelbarer Nähe, die Bad Bentheimer Innenstadt ist schnell erreichbar. Als Träger des Museums zeichnet der Förderverein für das Museumswesen in der Obergrafschaft e.V.

 
Sandsteinmuseum Bad Bentheim (SSB)

Sandsteinmuseum Bad Bentheim

Das Sandsteinmuseum Bad Bentheim bietet geologisch, geschichtlich und kunsthistorisch interessierten Besuchern viele Informationen über den Bentheimer Sandstein. Es ist ein modern gestaltetes Museum mit einer Ausstellungsfläche von ca.180 qm. Dazu gehören zusätzlich im Außenbereich Ausstellungsflächen für Großexponate. Das Sandsteinmuseum befindet sich unterhalb der Burg Bentheim im Schlosspark an der Funkenstiege. Ein großer Parkplatz und ein Restaurant / Café befinden sich in unmittelbarer Nähe, die Bad Bentheimer Innenstadt ist schnell erreichbar. Als Träger des Museums zeichnet der Förderverein für das Museumswesen in der Obergrafschaft e.V.

 
Bentheimer Taufstein, 13. Jh. (SSB)

Dauerausstellung des Sandsteinmuseums

Die Dauerausstellung gliedert sich in zwei Abteilungen: Geschichte des Bentheimer Sandsteins: Abbau, Verwendung, Handel und Arbeit
Geologie des Bentheimer Sandsteins
Aus der Stofffülle zum Thema Bentheimer Sandstein wurden für die Präsentation im Wesentlichen die folgenden Schwerpunktthemen ausgewählt:
Bentheimer Taufsteine,
Steinhauer im Steinbruch, Pächter als Unternehmer,
das Bergregal und die Bergmeister,
Abbau und Bearbeitung,
Transport und Handel,
die niederländische Baukunst im 17. Jahrhundert,
Steinmetze und Baumeister aus Gildehaus und Bentheim,
Jacob van Ruisdael und die Burg Bentheim,
der Niedergang des Sandsteinhandels und Bentheimer Sandstein heute,
die Entstehung des Bentheimer Sandsteins, seine Eigenschaften und Beschaffenheit,
Speichergestein für Grundwasser und Erdöl.
Mit Exponaten, Modellen, Bildern sowie erläuternden Texten werden die Themenbereiche dargestellt und in Szene gesetzt. Fast alle Texte sind zweisprachig (deutsch / niederländisch verfasst). Computerprogramme ergänzen die Thematik der Geologie. Regelmäßig finden Sonderausstellungen statt, z. B. moderne Skulpturen aus Bentheimer Sandstein.

Liesel Schmidt

Sandsteinmuseum Bad Bentheim
Funkenstiege 5 (Schlosspark)
48455 Bad Bentheim
Tel.: 05922 / 994277 (während der Öffnungszeiten)

Öffnungszeiten:
April bis Oktober, dienstags bis sonntags, 14 bis 18 Uhr
November bis März, dienstags bis sonntags 14 bis 17 Uhr
Gruppenbesuche außerhalb der Öffnungszeiten sind möglich

Führungen:
Gruppenführungen nach Vereinbarung
Auskunft
Städtisches Verkehrsamt
Tel.: 05922 / 98330
Weiterführende Literatur (erhältlich im Sandsteinmuseum):
Schriftenreihe des Sandsteinmuseums Bad Bentheim, Heft 1, Bad Bentheim 2000
Schriftenreihe des Sandsteinmuseums Bad Bentheim, Heft 2, Bad Bentheim 2006
Voort, Heinrich: Die gräflich bentheimschen Bergmeister. Ein Beitrag zur Geschichte des Sandsteinbruchs in der Grafschaft Bentheim, in: Jahrbuch des Heimatvereins Grafschaft Bentheim 1968
Büttner, Nils und Gerd Unverfehrt: Ruisdael in Bentheim. Ein niederländischer Maler und die Burg Bentheim im 17. Jahrhundert. Hg.: Landkreis Grafschaft Bentheim und der Museumsverein für die Grafschaft Bentheim. Bielefeld 1993
Petersen, Friedrich: Romanische Taufsteine in Ostfriesland. Leer 1997